Sonntag, 3. August 2014
Hühnerglück



Hallo,
heute möchte ich euch mal von meinem ersten großen Ausflug in die weite Welt berichten. Normalerweise lebe ich in einem geräumigen Stall mit tollen Nestern und großen Fenstern. Mein Lieblingsnest ist ganz links außen, dort wo es recht dunkel ist. Super kuschelig im Stroh. Ich nehme mir dann auch immer viel Zeit mein Ei zu legen. Hier hab ich meine absolute Ruhe und sogar meine zehn Freundinnen stören mich hier selten. Aber nach einer halben Stunde wird es mir dann doch etwas langweilig und ich gehe wieder nach draußen zu den Anderen. Leider haben wir dort nur noch wenig Grün, wir sind halt doch ganz schön viele und haben dementsprechend Hunger. Immer wieder bekommen wir neues Gras mit viel Erde dran und dann finde ich fast immer Käfer oder Würmer. Vor unserem Auslauf da wächst tolles Gras. Alles grün und Käfer habe ich da schon gesehen.
Und dann kam es. Unsere beiden Futterbringer klopften an einem Sonntag Stangen in den Boden. Direkt vor unserem Stall, spannten Schnüre und Draht und dann geschah es. Die Tür zu unserem Auslauf stand offen. Vorsichtig pirschte ich mich vor um zu sehen was geschieht, aber nichts, nichts geschah. Also schnell nach draußen und im Gras nach Würmern suchen. Es gab reichlich. Meine Freundinnen waren da etwas ängstlicher, sie blieben immer in der Nähe der Tür um bei Gefahr schnell wieder im Stall zu sein. Ich war da etwas mutiger und machte einen Besuch beim Stall meiner Futterbringer. Die beiden saßen auf der Terrasse und vielleicht gab es da was zu picken. Da mir aber keiner so richtig Beachtung schenkte, ging ich wieder zurück zu meinen Mädels, die inzwischen auch alle „Draußen“ waren. Also ich sag euch, so viele Würmer und Käfer hab ich noch nie gefressen. Meine Freundinnen waren dann plötzlich alle wieder im Stall und so ganz alleine war es mir dann doch etwas unheimlich. Ich tat so als ob ich Wasser trinken wollte und ging auch zurück. Irgendwer hat dann die Tür wieder zugemacht und eigentlich war ich da dann ganz froh. Hier drin bin ich der Chef und passieren kann uns eigentlich nichts.