Eigentlich gehen wir sehr gerne auf Märkte, Töpfermärkte, Kunsthandwerkermärkte oder einfach nur der Wochenmarkt. Es macht Spaß die Menschen zu beobachten, neue Ideen zu sammeln und sich an den Dingen erfreuen, die dort angeboten werden. Doch leider mussten wir feststellen, dass in Schweden alles anders ist. Einen typischen Wochenmarkt gibt es nur in wirklich großen Städten. Hier in der nächsten Umgebung (150km) leider nicht. Kunsthandwerk gibt’s wohl, aber leider nie auf Märkten. Markttag in Schweden ist mit einem deutschen Krämermarkt zu vergleichen. Wenige Stände bieten regionale Produkte an, das heißt ein Blumenstand mit gehandelter Ware aus Holland auf Containern, ein Gemüsestand mit wenig Auswahl, ein Brotstand mit Broten in Plastiktüten, ein Erzeuger von Wurst und eventuell einen Käsestand. Sonst gibt’s Plastikspielzeug, Klamotten aus Bangladesch, Kruschd, Eßstände mit Wurst in süßen Brötchen. Wenig spannend anzuschauen. Der Vorteil, man sieht viele Menschen, denn die Schweden mögen solche Märkte.
Es gibt viele Flohmärkte, hier Loppis genannt. Die sind meist sehr nett, denn es sind wirkliche Flohmärkte wo Oma alten Hausrat und die Kinder ihre alten Spielsachen verkaufen. Auch viele alte Möbel findet man und die sind sogar günstig zu haben. Oft gibt es dann sogenannte Auktionen auf der Wiese auf der die Dinge versteigert werden, die an den Ständen nicht verkauft wurden. Recht lustig.
Mit wenig Erwartungen gingen wir dann dieses Wochenende auf den ersten Julmässa, Weihnachtsmarkt in der Gegend und siehe da, ein richtig toller Markt mit viel Handwerkskunst, (Holzspielzeug, Textilien und Stoffe, Töpferware) schwedische Spezialitäten, eine Autorin mit ihren Kinderbüchern und wie auf jedem Markt, ein Losverkauf mit Lotterie. Der Markt findet in einem alten Metallbetrieb statt, der heute Museum ist. Alles wunderbar dekoriert und man fühlt sich wie kurz vor Weihnachten. Auch die schwedische Lebensweise fällt hier wieder besonders auf. Trotz vieler Menschen kein Gedränge an den Ständen, kein Geschuppse und wenn’s mal länger dauert kein Gemecker. Man ist einfach entspannt und genießt.
So haben wir dann nach einem halben Jahr doch endlich einen Markt gefunden der uns wirklich gefällt.